Fabeln des Phaedrus
Phaedrus (15 v. Chr. – 55 n. Chr.), aus Makedonien gebürtig, wurde als Sklave nach Rom verschleppt und dort, vermutlich aufgrund seines dichterischen Talents, von Kaiser Augustus freigelassen. Von ihm sind fünf Bücher mit insgesamt 94 Fabeln erhalten, hinzu kommen 32 vermutlich von ihm stammende. Fabeln sind generell kurze belehrende oder unterhaltende Erzählungen, in denen meistens vermenschlichte Tiere die Hauptrolle einnehmen. Sie bestehen in der Regel aus einem belehrenden und einem erzählenden Teil.
Phaedrus war zwar nicht der erste Fabeldichter, wohl aber der erste römische Poet, der sich ausschließlich dieser Gattung widmete. Seine Fabeln zeichnen sich durch einen klaren Aufbau, die Verwendung von Stilmitteln und die Konzentration auf das Wesentliche (brevitas) aus. Phaedrus verwendet das Versmaß des jambischen Senar, der aus je sechs Jamben besteht.
- Phaedrus 1, 1 – Der Wolf und das Lamm
- Phaedrus 1, 3 – Die hochmütige Krähe und der Pfau
- Phaedrus 1, 4 – Der Hund, der ein Stück Fleisch durch den Fluss trägt
- Phaedrus 1, 13 – Der Fuchs und der Rabe
- Phaedrus 1, 24 – Der zerplatzte Frosch und der Ochse
- Phaedrus 4, 3 – Der Fuchs und die Traube
- Phaedrus 4, 10 – Die Fehler der Menschen
- Phaedrus 4, 24 – Der kreißende Berg
Quelle der Informationen und lateinischen Texte:
Müller, Werner u.a. (Hg.): Das Lektürebuch. 1. Auflage. Wien: Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung GmbH, 2010 (Schulbuchnummer 150593).
