Ars Amatoria II, 682-694 – Gemeinsam erlebte Lust…
| Quód iuvet, éx aequó fémina vírque feránt. |
| Ódi cóncubitús, qui nón utrúmque resólvunt; |
| hóc est, cúr puerí tángar amóre minús. |
| Ódi, quaé praebét, quia sít praebére necésse |
| síccaque dé laná cógitat ípsa suá. |
| Quaé datur ófficio, non ést mihi gráta volúptas: |
| ófficiúm faciát núlla puélla mihí! |
| Mé vocés audíre iuvát sua gaúdia fássas, |
| quaéque morér memét sústineámque rogént. |
| Áspiciám dominaé victós améntis océllos: |
| lángueat ét tangí sé vetet ílla diú! |
| Haéc bona nón primaé tribuít natúra iuvéntae: |
| quaé cito póst septém lústra veníre solént. |
Was erfreut, sollen Frau und Mann in gleichem Maß erlangen. Ich hasse einen Beischlaf [wörtlich: Beischlafe], der nicht beide erschöpft; das ist der Grund, warum ich mich weniger für Liebe zu einem Knaben begeistern könnte. Ich hasse eine, welche es (nur) zulässt, weil es notwendig sein soll, es zuzulassen, und die selbst gefühllos (nur) an ihre Wolle denkt. Lust, die als Pflicht gegeben wird, ist mir nicht willkommen: kein Mädchen soll mir ihre Pflicht tun!
Es freut mich, die Laute zu hören, die ihre Lust [wörtlich: Lüste] verraten, und die mich bitten zu bleiben und auszuhalten. Ich will die bezwungenen Äuglein der rasenden Geliebten erblicken: jene soll matt sein und lange verbieten, sie zu berühren [wörtlich: berührt zu werden]!
Diese Güter teilte die Natur nicht der frühen Jugend zu: diese pflegen nach sieben Fünfjahreszeiträumen [=nach 35 Jahren] schnell zu kommen.
