Latinarium

Ars Amatoria I, 41-50 – „Auf der Jagd“
Dúm licet ét lorís passím potes íre solútis,
élige, cuí dicás: „Tú mihi sóla placés.”
Haéc tibi nón tenués veniét delápsa per aúras:
quaérendá (e)st oculís ápta puélla tuís.
Scít bene vénatór, cervís ubi rétia téndat,
scít bene, quá frendéns válle morétur apér;
aúcupibús notí fruticés; qui sústinet hámos,
nóvit, quaé multó písce naténtur aquaé.
Tú quoque, máteriám longó qui quaéris amóri,
ánte frequéns quo sít dísce puélla locó.

Solange es erlaubt ist und du mit gelösten Zügeln überall gehen kannst, wähle die aus, zu der du sagst: „Du allein gefällst mir.” Sie wird dir nicht durch die zarten Lüfte herabgeglitten kommen: du musst mit deinen Augen ein geeignetes Mädchen suchen.

Der Jäger weiß gut, wo er den Hirschen die Netze spannt, er weiß gut, in welchem Tal sich der mit den Zähnen knirschende Eber aufhält; den Vogelfängern sind die Büsche bekannt; der die Angel hält, weiß, in welchem Gewässer viele Fische schwimmen. Auch du, der du den Stoff für eine lange Liebe suchst, lerne vorher, an welchem Ort viele Mädchen sind.