Latinarium

Reden des Cicero

Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.), der berühmteste römische Redner, wurde in Arpinum in den Ritterstand hineingeboren. Er wurde in Rom und Griechenland in Rednerkunst ausgebildet und wirkte anschließend als Rechtsanwalt und Politiker.

70 v. Chr. kam es zum Prozess gegen C. Verres, der in seiner Amtszeit als Proprätor Sizilien ausgeplündert hatte. Cicero übernahm im Auftrag der Sizilier die Anklage und trieb Verres mit eindeutigen Beweisen ins Exil, sodass Cicero seine fünf Reden gegen Verres nicht zu halten brauchte, sie aber später schriftlich herausgab.

63 v. Chr. bekleidete Cicero den Konsulat und deckte währenddessen eine Verschwörung des Patriziers L. Sergius Catilina auf, der nach mehrmaligem vergeblichen Antreten bei den Konsulatswahlen einen Staatsstreich unternehmen wollte. Sein Ziel war ein gewaltsamer Umsturz inklusive der Ermordung vieler Senatoren und der Brandstiftung in Rom. Durch Ciceros Reden wurde Catilina isoliert und gezwungen, die Stadt zu verlassen. Später fiel er mit seinem Heer bei Pistoria gegen Regierungstruppen.

In Zeiten politischer Isolation verfasste Cicero mehrere philosophische Schriften, darunter De re publica, in der er sich mit den verschiedenen Staatsformen und ihren Vor- und Nachteilen befasste. Der streitbare Verteidiger der alten Republik wurde 43 v. Chr. im Zuge von Proskriptionen auf Betreiben des Marcus Antonius getötet.

Quelle der Informationen und lateinischen Texte:

Müller, Werner u.a. (Hg.): Das Lektürebuch. 1. Auflage. Wien: Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung GmbH, 2010 (Schulbuchnummer 150593).