Latinarium

De Re Publica I, 69 – Die gemischte Verfassung

Ex tribus primis generibus longe praestat mea sententia regium, regio autem ipsi praestabit id genus, quod erit aequatum et temperatum ex tribus optimis rerum publicarum modis. Placet enim esse quiddam in re publica praestans et regale, esse aliud auctoritati principum impartitum ac tributum, esse quasdam res servatas iudicio voluntatique multitudinis.

Haec constitutio primum habet aequabilitatem quandam magnam, qua carere diutius vix possunt liberi, deinde firmitudinem, quod et illa prima facile in contraria vitia convertuntur, ut exsistat ex rege dominus, ex optimatibus factio, ex populo turba et confusio.

Quod ipsa genera generibus saepe commutantur novis, hoc in hac iuncta moderateque permixta constitutione rei publicae non sine magnis principum vitiis evenit. Non est enim causa conversionis, ubi in suo quisque est gradu firmiter collocatus et non subest, quo praecipitet ac decidat.

Von den drei geschilderten Formen ist die Königliche meiner Meinung nach bei weitem am besten, diese Form aber, welche aus den drei besten Staatsformen gleichmäßig verteilt und richtig gemischt sein wird, wird selbst die Königliche übertreffen. Denn ich halte für gut, dass es im Staat etwas Hervorragendes und Königliches gibt, etwas anderes dem Ansehen der Vornehmen zugeteilt und zugestanden ist und einige Sachen für Urteil und Wunsch der Menge bewahrt sind.

Diese Verfassung hat zuerst eine große Rechtsgleichheit, auf die die Freien kaum länger verzichten können, dann Dauerhaftigkeit, weil sich jene ersten Arten leicht in gegenteilige Entartungen verwandeln, sodass aus einem König ein Tyrann wird, aus den Vornehmen eine Partei und aus dem Volk ein Pöbel und Chaos.

Denn die Arten wechseln sich selbst oft mit neuen Arten ab, das geschieht in dieser verbundenen und maßvoll vermischten Verfassung des Staates nicht ohne große Verfehlungen der Vornehmen. Denn es gibt keinen Grund für einen Umsturz, wenn jeder fest in seiner Stellung verankert ist und nichts vorhanden ist, wohin man hinabstürzen und fallen könnte.