Epigramme des Catull
Caius Valerius Catullus (84 – 54 v. Chr.) schrieb unter anderem über 50 Spott-Epigramme im Versmaß des phaläceischen Elfsilbers (=Hendekasyllabus) oder des elegischen Distichons. Er wurde damit zum Vorbild Martials, der ausschließlich Epigramme verfasste. Des weiteren verfasste Catull einige Liebesgedichte, die hauptsächlich von seiner Liebe zu einer Frau, die er Lesbia nennt, handeln. Dieser Deckname war an die Dichterin Sappho angelehnt, welche auf der Insel Lesbos lebte und meint wohl eine Witwe namens Clodia. Als erster Dichter schrieb Catull damit nicht abstrakt über die Liebe, sondern verschriftlichte sein eigenes Erleben.
Ursprünglich waren Epigramme Aufschriften auf Gräbern und Weihegeschenken an die Götter und entwickelten sich im Hellenismus zu einer literarischen Gattung, deren Hauptmerkmale in Kürze und Prägnanz, dem Spiel mit der Sprache in Form von Stilmitteln (v.a. der Antithese) und einer überraschenden Schlusspointe bestehen. Seit Catull wurden Epigramme auch als Spottgedichte verwendet.
- Catull, carmen 2 – Das Spatzerl
- Catull, carmen 5 – Küsse ohne Ende
- Catull, carmen 8 – Es ist aus!
- Catull, carmen 13 – Einladung an Fabullus
- Catull, carmen 43 – Nicht vergleichbar!
- Catull, carmen 45 – Liebesglück
- Catull, carmen 49 – An Cicero
- Catull, carmen 51 – Frisch verliebt
- Catull, carmen 69 – Rufus darf sich nicht wundern
- Catull, carmen 72 – Im Chaos der Gefühle
- Catull, carmen 75 – Verfahrene Situation
- Catull, carmen 85 – Hassliebe
- Catull, carmen 93 – An Caesar
Quelle der Informationen und lateinischen Texte:
Müller, Werner u.a. (Hg.): Das Lektürebuch. 1. Auflage. Wien: Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung GmbH, 2010 (Schulbuchnummer 150593).
