Latinarium

Catull, carmen 69 – Rufus darf sich nicht wundern
Nól(i) admírarí, quaré tibi fémina núlla,
Rúfe, velít tenerúm súpposuísse femúr,
nón, s(i) illám raraé labefáctes múnere véstis
aút perlúcidulí déliciís lapidís.
Laédit té quaedám mala fábula, quá tibi fértur
válle sub álarúm trúx habitáre capér.
Húnc metuúnt omnés, neque mírum, nám mala válde (e)st
béstia, néc quicúm bélla puélla cubét.
Quár(e) aut crúdelém nasór(um) intérfice péstem
aút admírarí désine, cúr fugiúnt!

Rufus, wundere dich nicht, warum dir keine Frau den zarten Schenkel unterschieben will, (auch) nicht, wenn du jene mit der Gabe feiner Kleidung oder die Freude an einem ziemlich durchsichtigen Stein umzustimmen versuchst. Ein gewisses schlechtes Gerücht beschädigt dich, laut dem unter deinen Achselhöhlen ein wilder Ziegenbock leben soll. Diesen fürchten alle, und es ist nicht verwunderlich, denn er ist ein sehr schlimmes wildes Tier, und mit dem würde kein schönes Mädchen schlafen. Deshalb töte entweder das grausame Unheil der Nasen oder höre auf, dich zu wundern, warum sie fliehen!