Aeneis 2, 438-505 – Kampf um den Königspalast
| Híc ver(o) íngentém pugnám, ceu cétera núsquam |
| bélla forént, nullí totá moreréntur in úrbe, |
| síc Mart(em) índomitúm Danaósqu(e) ad técta ruéntes |
| cérnimus óbsessúmqu(e) actá testúdine límen. |
| Haérent párietibús scalaé postésque sub ípsos |
| nítuntúr gradibús clipeósqu(e) ad téla sinístris |
| prótect(i) óbiciúnt, prensánt fastígia déxtris. |
| Dárdanidaé contrá turrís ac tóta domórum |
| cúlmina cónvellúnt; his sé, quand(o) última cérnunt, |
| éxtremá i(am) in mórte paránt deféndere télis, |
| aúratásque trabés, veterúm decor(a) álta paréntum, |
| dévolvúnt; alií strictís mucrónibus ímas |
| óbsedére forés, has sérvant ágmine dénso. |
| Ínstaurát(i) animí regís succúrrere téctis |
| aúxilióque leváre virós vimqu(e) áddere víctis. |
| Límen erát caecaéque forés et pérvius úsus |
| téctor(um) ínter sé Priamí, postésque relícti |
| á terg(o), ínfelíx qua sé, dum régna manébant, |
| saépius Ándromaché ferr(e) íncomitáta solébat |
| ád socerós et avó puer(um) Ástyanácta trahébat. |
| Évad(o) ád summí fastígia cúlminis, únde |
| téla manú miserí iactábant ínrita Teúcri. |
| Túrr(im) in praécipití stantém summísque sub ástra |
| éductám tectís, und(e) ómnis Tróia vidéri |
| ét Danaúm solitaé navés et Acháica cástra, |
| ádgressí ferró circúm, qua súmma labántes |
| iúncturás tabuláta dabánt, convéllimus áltis |
| sédibus ímpulimúsqu(e); ea lápsa repénte ruínam |
| cúm sonitú trahit ét Danaúm super ágmina láte |
| íncidit. Ást alií subeúnt, nec sáxa nec úllum |
| télor(um) íntereá cessát genus. |
| Véstibul(um) ánt(e) ipsúm primóqu(e) in límine Pýrrhus |
| éxsultát telís et lúce corúscus aё´na: |
| Quális ub(i) ín lucém colubér mala grámina pástus, |
| frígida súb terrá tumidúm quem brúma tegébat, |
| núnc, positís novus éxuviís nitidúsque iuvénta, |
| lúbrica cónvolvít subláto péctore térga |
| árduus ád sol(em), ét linguís micat óre trisúlcis. |
| Ún(a) ingéns Periphás et equór(um) agitátor Achíllis, |
| ármiger Aútomedón, un(a) ómnis Scýria púbes |
| súccedúnt tect(o) ét flammás ad cúlmina iáctant. |
| Íps(e) intér primós corrépta dúra bipénni |
| límina pérrumpít postésqu(e) a cárdine véllit |
| aératós; iamqu(e) éxcisá trabe fírma cavávit |
| róbor(a) et íngentém lató dedit óre fenéstram. |
| Ápparét domus íntus et átria lónga patéscunt; |
| ápparént Priam(i) ét veterúm penetrália régum, |
| ármatósque vidént stantés in límine prímo. |
| Át domus ínteriór gemitú miseróque tumúltu |
| míscetúr, penitúsque cavaé plangóribus aédes |
| fémineís ululánt; ferit aúrea sídea clámor. |
| Túm pavidaé tectís matrés ingéntibus érrant |
| ámplexaéque tenént postés atqu(e) óscula fígunt. |
| Ínstat ví patriá Pyrrhús; nec claústra nec ípsi |
| cústodés sufférre valént; labat áriete crébro |
| iánu(a), et émotí procúmbunt cárdine póstes. |
| Fít via ví; rumpúnt aditús primósque trucídant |
| ímmissí Dana(i) ét laté loca mílite cómplent. |
| Nón sic, ággeribús ruptís cum spúmeus ámnis |
| éxiit óppositásqu(e) evícit gúrgite móles, |
| fértur in árva furéns cumuló campósque per ómnes |
| cúm stabulís arménta trahít. Vid(i) ípse furéntem |
| caéde Neóptolemúm geminósqu(e) in límin(e) Atrídas, |
| víd(i) Hecubám centúmque nurús Priamúmque per áras |
| sánguine foédantém quos ípse sacráverat ígnes. |
| Quínquagínt(a) illí thalamí, spes tánta nepótum, |
| bárbaricó postés auró spoliísque supérbi |
| prócubuére; tenént Danaí, qua déficit ígnis. |
Hier sehen wir eine gewaltige Schlacht, wie wenn es nirgendwo andere Kämpfe gäbe, wie wenn in der ganzen Stadt niemand stürbe, so (sehen wir) den ungebändigten Mars und die gegen das Gebäude stürmenden Griechen und die Schwelle belagert durch ein gebildetes Schilddach. Leitern hängen von den Wänden, unter den Pfosten selbst steigen sie auf die Sprossen, mit der Linken strecken sie geschützt den Schild den Geschoßen entgegen, mit der Rechten ergreifen sie den Giebel. Die Trojaner dagegen reißen die Türme und ganze Dächer von Häusern herunter; mit diesen Geschoßen bereiten sie sich vor, weil sie das Ende erkennen, sich schon am Rande des Todes zu verteidigen, und sie wälzen die vergoldeten Balken, den erhabenen Schmuck alter Vorfahren, herab; andere halten mit gezückten Schwertern das unterste Tor besetzt, dieses bewachen sie in dichter Schar.
Der Wille, dem Palast des Königs zu Hilfe zu kommen, die Männer mit Hilfe zu entlasten und den Besiegten Kraft hinzuzufügen, wurde wieder gestärkt. Es gab eine Schwelle und verborgene Türflügel und eine zugängliche Benutzung der Häuser des Priamos untereinander, und die Türpfosten wurden hinten zurückgelassen, wo die unglückliche Andromache, solange das Reich bestand, ziemlich oft unbegleitet zu den Schwiegereltern zu gehen pflegte und den Knaben Astyanax zum Großvater führte.
Ich gehe zur Spitze des obersten Giebels fort, von wo die armen Trojaner mit der Hand vergebliche Geschoße warfen. Wir machten uns mit Eisen ringsherum an einen Turm, wo das oberste Gebälk unsichere Verbindungen hatte, der am Abgrund stand und vom obersten Dach unter die Sterne hinaufgebaut war, von wo man ganz Troja und die gewohnten Schiffe der Griechen und das griechische Lager sehen konnte, und reißen ihn aus seinem hohen Sitz und stießen ihn an; jener stürzt plötzlich ausgeglitten mit Getöse nieder und fällt weit umher auf die Scharen der Griechen. Aber andere kommen nach, und inzwischen ruhen weder Felsen noch irgendeine Art von Geschoßen.
Direkt vor der Eingangshalle und auf der ersten Schwelle prahlt Pyrrhus, funkelnd mit seinen Waffen und ehernem Schimmer: wie wenn eine Schlange, welche geschwollen unter der Erde der kalte Winter bedeckte, nachdem sie giftige Kräuter gefressen hat, ans Licht kommt, neu und schön durch die Jugend, nachdem sie die Haut abgelegt hat, jetzt zur Sonne aufgerichtet den glatten Rücken zusammenrollt, nachdem sie die Brust erhoben hat, und aus dem Maul mit dreispaltigen Zungen zuckt. Zugleich rücken der riesige Periphas und der Wagenlenker Achills, der Waffenträger Automedon, zugleich rückt die ganze skyrische Jugend zum Haus heran und werfen Flammen zum Giebel.
Er selbst durchbricht die Schwelle, nachdem er eine scharfe Doppelaxt ergriffen hat, und reißt die mit Erz beschlagenen Pfosten aus der Angel; und schon höhlte er das feste Hartholz aus, nachdem er den Balken herausgehauen hatte, und machte mit großer Öffnung ein riesiges Fenster. Das Haus innen wird sichtbar und die lange Halle tut sich auf; die Gemächer des Priamus und der alten Könige werden sichtbar, und man sieht die Bewaffneten, die auf der ersten Schwelle stehen [oder: die auf der ersten Schwelle Stehenden sehen die Bewaffneten]. Aber das innere Haus wird von Klagen und elendem Lärm erfüllt, und tief drinnen heulen die hohlen Gemächer von weiblichem Wehklagen; das Geschrei reicht bis zu den goldenen Sternen. Dann irren die ängstlichen Mütter durch das riesige Gebäude und halten die Pfosten umarmt und bringen an ihnen Küsse an.
Pyrrhus drängt mit väterlicher Kraft; weder die Riegel noch die Wächter selbst können standhalten; das Tor wankt durch die häufigen Stöße des Rammbocks [wörtlich: durch den häufigen Rammbock], und die aus der Angel gerissenen Pfosten fallen nieder. Durch Gewalt entsteht ein Weg; die eingedrungenen Griechen bahnen einen Zugang, metzeln die Ersten nieder und füllen den Ort weithin mit Kriegsvolk. So eilt nicht ein schäumender Strom, wenn er die Wälle zerbrochen hat und ausgetreten ist und die entgegengesetzte Dämme mit dem Strudel besiegt hat, rasend mit Wasserschwall zu den Feldern und reißt durch alle Gefilde die Rinder mit den Ställen mit.
Ich sah selbst Neoptolemos, vor Mord rasend, und beide Atriden auf der Schwelle, ich sah Hekabe und ihre hundert Schwiegertöchter und Priamus, der mit Blut über dem Altar das Feuer entehrte, das er selbst geweiht hatte. Jene fünfzig Schlafzimmer, eine so große Hoffnung auf Nachkommen, die von barbarischem Gold und Beute stolzen Pfosten stürzten ein; die Griechen halten besetzt, wo das Feuer ausgeht.
Quelle des lateinischen Texts:
Gottwein: https://gottwein.de/Lat/verg/aen02.php. Zugriffsdatum: 16.7.2025.
